Banner Bund Deutscher EinsatzVeteranen e.V.

Einsatztrauma bewältigen: Hilfen für Einsatzsoldaten und Einsatzveteranen der Bundeswehr

In bisherigen Einsätzen haben nach aktuellen Schätzungen ca. 20 Prozent der Soldatinnen und Soldaten psychische Beeinträchtigungen – mit unterschiedlichen Abstufungen im Schweregrad – erlitten. Es kann bis zu 30 Jahre dauern, bis die Symptome zutage treten. (Deutscher Bundestag)

Als Folge können posttraumatische Belastungsstörungen, Depressionen oder auch Ängste auftreten, die viele Betroffene mithilfe einer Psychotherapie behandeln lassen. Je schneller sie beginnt, desto größer die Chance auf eine erfolgreiche individuelle Bewältigung des Geschehenen. Ratsam ist zudem, sich eine Therapeutin oder einen Therapeuten zu suchen, der Erfahrung auf diesem Gebiet hat. Auch die juristische Aufarbeitung kann für manche Betroffene einen Beitrag dazu leisten, in der Verarbeitung des Geschehenen voran zu kommen.

PTBS – Was ist das?

Die Medizin versteht unter dem Begriff Posttraumatische Belastungsstörung PTBS die Entstehung einer verzögerten Reaktion auf ein belastendes einmaliges oder wiederkehrendes negatives Erlebnis.

Erlebnisse oder Situationen die von der Normalität abweichen, können derartige Reaktionen auslösen. Einmalig belastende Erlebnisse finden wir beispielsweise als Zeuge oder Ersthelfer bei schweren Verkehrsunfällen oder eines Amoklaufs, wiederkehrende oder fortlaufende Erlebnisse sind beispielsweise Folter, Mobbing, Missbrauch oder Kriege. Letztgenannte Ereignisse betreffen vor allem Soldaten. Während kriegerischer Auseinandersetzungen werden Soldaten immer wieder mit schweren Schicksalen, Verwundung und Tod konfrontiert.

Ständige Anspannung während des Einsatzes kann dazu beitragen, das Erlebte nicht verarbeiten zu können. Erst wenn der Betroffene zur Ruhe kommt, meist erst nachdem der Einsatz beendet ist, beginnt die Phase des zur Ruhe kommen.

Symptome für die Entwicklung einer PTBS sind Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen, Alpträume, Aggressivität, Ablehnung sowie Schuld- und Schamgefühle. Betroffene kapseln sich vom sozialen Umfeld ab, machen Überstunden, vermeiden Kontakt zu Familie und Freunden.

Einsatztrauma in der Familie: Hilfen für Angehörige und das soziale Umfeld

Ein Einsatztrauma stellt Betroffene, aber auch ihre Familien und ihr Umfeld vor Herausforderungen, die zumindest am Anfang oft unlösbar erscheinen. Das Geschehene zu begreifen, zu verarbeiten und wieder in den „Alltag“ zurückzufinden, ist eine Herausforderung, die die Beteiligten auch mit professioneller Hilfe angehen sollten. Unsere Beratungsstellen sowie Therapeuten wissen, worauf es ankommt und wie Schritt für Schritt der Weg aus der Krise gelingen kann.

Verdacht auf Einsatztrauma ernst nehmen

Wer ein Einsatztrauma vermutet, sollte seinem Verdacht nachgehen: Unsere Beratungsstellen helfen Betroffenen, ihren Familien und ihrem sozialen Umfeld weiter. Hier erfahren Sie, was Sie im Verdachtsfall tun können.

Weiterlesen