Bundeswehr Veteranen vor dem Bundeskanzleramt - Ihr seid nicht vergessen!


PRESSEMITTEILUNG
Führungsschwäche im
Verteidigungsministerium
Kampf um militärische Traditionen –
Abordnung von EinsatzVeteranen der Bundeswehr vor dem Bundeskanzleramt.

 
24.05.2017
Berlin.
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen stellte die Bundeswehr unter Generalverdacht und proklamierte auf dem parlamentarischen Abend des Verbandes der Reservisten der Bundeswehr am 16.05.2017 vor dem Hintergrund der aktuellen Vorfälle in der Bundeswehr eine grundlegende Reform der Inneren Führung und des Traditionserlasses von 1982.

Der Bund Deutscher EinsatzVeteranen e.V. begrüßt dieses grundsätzlich. Jedoch hat die Bundeswehr
längst eine eigene, moderne und unbelastete Traditionslinie entwickelt. Wir kritisieren aber, dass diese verschwiegen und durch die politische und militärische Leitungsebene bis heute ignoriert wird:

Die Traditionslinie der Auslandseinsätze.

Mit tapferen EinsatzSoldaten die helfen, schützen aber auch kämpfen mussten, die gefallen sind oder mit körperlichen oder seelischen Verwundungen heimkehrten, mit Erfolgen und Misserfolgen, mit militärischen Glanzleistungen aber auch mit Führungsversagen. Das alles gehört zu einer Einsatzarmee.

Der Bund Deutscher EinsatzVeteranen e.V. fordert ein klares politisches und militärische Bekenntnis zu den Leistungen der Bundeswehr und den Frauen und Männern, die mit schmutzigen Stiefeln und Waffe in der Hand für die Bundesrepublik Deutschland auf fremden Boden gestanden, ihr Leben riskiert haben.

Um die jährlich ca. zehntausend EinsatzVeteranen in die Mitte unserer Gesellschaft zurückkehren zu lassen, verdienen sie einen eigenen Platz in einer Traditionslinie der Bundeswehr. Auch eine bessere Verständlichkeit des Traditionserlasses für unsere aktiven Soldaten wie von der Ministerin gefordert, kann zu aller erst nur durch eine klare Definition verschiedener Gruppen und durch militärische Anerkennung erfolgen!

Unter diesem Aspekt werden wir eine Abordnung von EinsatzVeteranen der Bundeswehr aus verschiedenen Einsatzländern am 26.05.2017 sichtbar machen. Auch Hinterbliebene und Angehörige werden uns begleiten.
(14.00 – 16.00 Uhr, Forum vor dem Bundeskanzleramt)

Darüber hinaus empfangen wir dort den Afghanistan EinsatzVeteranen Alexander Sedlak nach 750 km Fußmarsch „Gegen das Vergessen“ mit einer Ehrenwache.

Abschließend begehen wir am 27.05.2017, 14.00 Uhr, unseren jährlichen Tag der EinsatzVeteranen.
Beim gemeinsamen Gedenken im Wald der Erinnerung sowie beim gemeinsamen Austausch auf dem Solidaritäts-und Kameradschaftsabend.

Weiterer Hintergrund:

 


Im September 2012 bekannte sich der damalige Verteidigungsminister Thomas de Maizière vor dem Deutschen Bundestag zu den neuen Veteranen der Bundeswehr. Die Bundesregierung vereinbarte im Koalitionsvertrag der 18. Legislaturperiode „…die Verantwortung für unsere Veteranen wollen wir gemeinsam tragen.“
Der stellvertretende Generalinspekteur der Bundeswehr, Herr Generalleutnant Markus Kneip forderte im Rahmen eines Runden Tisches im Dezember 2015 unter Beisein von ministeriellen Vertretern und den Interessenverbänden der Bundeswehr „ein Zeichen“ dafür, dass der aktive Einsatzsoldat und vor allem der EinsatzVeteran nach seiner Dienstzeit in der Gesellschaft „ruhen“ kann. Hierzu bedarf es der politischen und gesellschaftlichen Anerkennung der Leistungen der Bundeswehr.

Der ehemalige Präsident des Verbandes der Reservisten der Bundeswehr, Roderich Kiesewetter forderte in dieser Zeit Führungsstärke der Ministerin in der Definitionsfrage. Diese hielt sich aber wegen Uneinigkeit der verschiedenen Verbände zurück. Wie sich jetzt zeigt, wurde die Ministerin nicht von allen Seiten gut beraten.

Eine neue Traditionslinie hätte unmittelbar nach dem Bekenntnis von Thomas de Maizière eingeführt werden müssen. Die Soldaten hätten so schon vor Jahren eine neue unbelastete Orientierungshilfe für ihre traditionelle Ausrichtung erhalten. Einzelne traditionelle „Entgleisungen“ hätten somit ggf. verhindert werden können.

Der Bund Deutscher EinsatzVeteranen e.V. „lebt“ seit Jahren diese jungen Traditionen, die für eine Armee im Einsatz wichtig sind. Betreuung, Versorgung und Identitätsbildung.
Die „Generation Einsatz“ muss jetzt für die Zukunft der Bundeswehr gestärkt und gestützt werden.

Pressevertreter wenden Sie sich bitte an den
Bund Deutscher EinsatzVeteranen e.V.
Unter den Linden 21
10117 Berlin

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